Aus 100 km/h voll in die Bremse, nach zwanzig Metern den Bremsdruck auf null zurückfahren, um nach drei Metern Schotter wieder voll zuzupacken – da ist die Koordination leicht überfordert. Beim ersten Anlauf komplett haltlos übers Schotterfeld geschliddert, öffnet der Pilot bei den nächsten Versuchen beide Bremsen vorsichtshalber über gut 14 Meter Fahrstrecke. Das sind 11 Meter mehr, als die Stolperfalle lang ist, was den Bremsweg auf 48,7 Meter verlängert. In dieser Disziplin ist das ABS nicht zu schlagen. Schon wenige Meter nach der Schotterpassage, bei der die Räder nur ganz kurz in Schlupf geraten, packt die Bremse dermaßen zu, dass es das Hinterrad kurz vom Boden reißt und die Honda nach 45 Metern zum Stehen kommt.
Testlauf Nummer vier: Bremsen in Schräglage, was nach landläufiger Meinung eigentlich gar nicht funktionieren kann. Je nach äußeren Umständen (Reifentemperatur/Grip) lassen sich bei rund 35 Grad Schräglage mit der Honda CBF 1000 jedoch bis zu 8 m/s² Verzögerung sicher umsetzen. Die Bremsung in Schräglage sollte jedoch in Trainings geübt werden, weil das Vorderrad schon bei geringstem Schlupf seitlich ausbricht und Sturzgefahr droht. Außerdem muss der Fahrer je nach Bereifung seiner Maschine gegen das Aufstellmoment ankämpfen.
Bei allen Bremsmanövern ist die richtige Blickführung von entscheidender Bedeutung. Deshalb immer geradeaus und möglichst weit voraus schauen – jeder Seitenblick birgt die Gefahr, dass Mensch und Maschine vom gewünschten Kurs abdriften.